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Geld sparen beim Autofahren!

Mehrere Jahre lang hat die Bundesregierung die Autofahrer gemahnt, Benzin zu sparen. Jetzt setzt sie Druck hinter den Appell. Mittlerweile heißt es bei der Führerscheinprüfung: Wer nicht weiß, wie man energiebewusst fährt, erhält seinen Führerschein nicht. Hier sind die Punkte, die Autofahrer beherzigen sollten.

Starten

Das Benzinsparen beginnt vor der Haustür. Ein Mittelklassewagen schluckt bei einer Außentemperatur von 0 Grad nach dem Start umgerechnet 40 Liter auf 100 Kilometer. Lassen Sie den Motor nicht warmlaufen, sondern fahren Sie sofort los. Dann erreichen Sie am schnellsten die Betriebstemperatur und einen normalen Treibstoffverbrauch von etwa neun Litern auf 100 Kilometer.

Schalten

Fahren Sie sanft an, und legen Sie so schnell wie möglich den zweiten Gang ein. Der teure erste Gang ist wirklich nur zum Starten da. Geben Sie kräftig Gas, und schalten Sie zügig hoch. Wenn Sie auf ebener Strecke im zweiten Gang bis auf 50 km/h beschleunigen, können Sie vom zweiten in den vierten Gang durchschalten und damit Benzin sparen. Den wirtschaftlichsten Verbrauch erzielt man, wenn man bereits im mittleren Drehzahlbereich (3000 bis 3500 Umdrehungen pro Minute) schaltet.

Selbst wenn Ihr Wagen ein automatisches Getriebe hat, können Sie Ihren Benzinverbrauch drosseln. Nehmen Sie während des Beschleunigens kurz den Fuß vom Gaspedal, damit die Automatik in den nächsten höheren Gang schalten kann.

Vermeiden Sie wenn möglich scharfes Bremsen und unnötiges Halten. Es ist besser, das Fahrzeug weiterrollen zu lassen, denn bei erneutem Anfahren brauchen Sie 20 Prozent mehr Treibstoff. Nähern Sie sich einer roten Ampel; so fahren Sie langsam heran, um möglichst ohne Benutzung des ersten Gangs wieder durchstarten zu können.

Zeit ist Geld

Denken Sie daran, dass Zeitersparnis Geld kostet. Kavalierstarts und Überholspurts verbrauchen viel Benzin. Bei einem Test auf einer 28 Kilometer langen Strecke mit 32 Ampeln durch Bochum holte ein eiliger gegenüber einem besonnenen Fahrer einen Vorsprung von sieben Minuten heraus. Er wechselte dabei 50mal die Spur, musste 65mal öfter schalten und 13mal öfter an Ampeln anfahren als der andere. Und die sieben Minuten Zeitgewinn kosteten ihn 40 Prozent mehr Sprit Ähnliches gilt auch für Überlandfahrten. Auf Landstraßen im Ruhrgebiet zahlten „aggressive“ Testfahrer einen Zeitgewinn von 10 Prozent mit einem 50 Prozent höheren Benzinverbrauch. Auf drei insgesamt 1550 Kilometer langen Rundstrecken zwischen Bochum und Frankfurt, Kassel und Braunschweig brachte der „unruhige Gasfuß“ einem Testfahrer nur einen Vorsprung von einer Stunde und 35 Minuten vor einem ruhigeren Kollegen – dafür brauchte er aber 40 Prozent mehr Benzin.

Lange und kurze Strecken

Wenn Sie große Entfernungen zurücklegen müssen, suchen Sie sich vorher die günstigste Strecke aus. Meiden Sie Ballungsräume, und benutzen Sie ausgebaute Bundesstraßen und Autobahnen. Selbst wenn Sie ein paar Kilometer mehr fahren müssen, sparen Sie, weil Sie die niedrigeren Gänge vermeiden; außerdem können Sie über weite Strecken gleichbleibende wirtschaftliche Geschwindigkeiten von 70 bis 80 Prozent der Höchstgeschwindigkeit Ihres Wagens einhalten. Beim Auffahren auf die Autobahn sollten Sie die Beschleunigungsspur ausnutzen, frühzeitig hoch schalten und sich zügig in den Verkehr einfädeln. Sind längere Staus gemeldet, dann verlassen Sie die Autobahn. Kriechfahrten kosten 50 Prozent mehr Benzin.

Sind Sie in einen Verkehrsstau geraten, dann schalten Sie nach 20 Sekunden den Motor ab. Wenn Sie nämlich vor einer Bahnschranke oder im Stau Ihren Motor weiterlaufen lassen, kostet Sie als zehn Liter Benzin im Jahr.

In der Stadt können Sie Besorgungen zusammenlegen und so unnötige Fahrten vermeiden. Wenn Sie zwei Fahrten hintereinander unternehmen müssen, sollten Sie je nach Außentemperatur nicht mehr als 15 bis 45 Minuten dazwischen verstreichen lassen, damit der Motor noch warm ist.

Wartung

Bedenken Sie, dass auch regelmäßige Wartung Benzin sparen hilft. Falsch eingestellte Vergaser und Zündanlagen, verrußte Zündkerzen und verstopfte Luftfilter sind Spritfresser. Lassen Sie Ihren Wagen daher regelmäßig im Frühjahr und Herbst warten. Prüfen Sie von Zeit zu Zeit den Reifendruck. Weniger Luft, als vom Hersteller vorgeschrieben; erhöht den Rollwiderstand, kostet Profil und vor allem Benzin – 5 bis 15 Prozent. Ein um 0,2 bis 0,3 bar höherer Druck spart Benzin; das gleiche gilt für Gürtelreifen. Winterreifen sollten nicht länger als nötig auf den Felgen bleiben.

Überlegter Kauf. Denken Sie beim Neukauf an den Benzinverbrauch. Wählen Sie einen Wagen mit einem sparsamen sechsten Gang. Wenn Sie ein Auto kaufen, das auf 100 Kilometer auch nur einen einzigen Liter Benzin weniger benötigt als ein anderes, brauchen Sie – bei 15 000 Kilometer Jahresleistung – 150 Liter Benzin weniger.

Schließlich sollten Sie sich vor benzinfressenden Extras in acht nehmen. Unnötige Lasten auf dem Dach lassen den Spritverbrauch zum Beispiel bei Tempo 120 bis zu 40 Prozent hochschnellen. Wenn Sie Ihre Dachskiträger das ganze Jahr über herumkutschieren, vergeuden Sie in dieser Zeit im Durchschnitt 50 Liter Benzin.

Es genügt nicht, diese Sparregeln zu kennen, man muss sie auch befolgen. Dann können Sie im Jahr etwa 13 Prozent Ihres normalen Verbrauchs einsparen – rund 270 Euro (bei 12500 Kilometern im Jahr). Insgesamt brächte es in Deutschland eine Ersparnis von mehr als fünf Milliarden Litern Benzin!

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